Alpha Translations Canada Inc.
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Die indische Geschäftskultur 


Wirtschaft

In Indien war bis Anfang der 90er Jahre eine geschlossene Planwirtschaft. Danach kam es zu einer Öffnung der Wirtschaft, und Auslandsinvestitionen sind jetzt bis auf wenige strategische Ausnahmen in den meisten Industriezweigen erlaubt.

In den letzten 25 Jahren lag das durchschnittliche Wachstum des BIP bei ca. 6% pro Jahr. Dabei gab es keine konjunkturellen Berg- und Talfahrten wie in vielen anderen Schwellenländern.

An der Hauptbörse Indiens, der Bombay Stock Exchange, sind ca. 6.500 Unternehmen gelistet, was nur von der New Yorker Börse (NYSE) übertroffen wird. Insgesamt 9.600 Unternehmen sind an den 21 Börsen in Indien gelistet. Indien hat die drittgrösste Investorenbasis der Welt.

Die Landeswährung ist die indische Rupie , kurz 'Rs'. Vor den 90er Jahren wurde der Wert der Rupie durch staatliche Intervention gesteuert. Seit der Liberalisierung der indischen Wirtschaft in den Neunzigern ist die Rupie eine flottierende Währung.

Indien war eines der am wenigsten entwickelten Länder und hat sich in vielen Industriezweigen zum Global Player entwickelt. Hier einige Beispiele:

Indien ist der weltweit grösste Teeproduzent mit einem Anteil von 30% an der Weltproduktion;

Indien ist der zweitgrösste Zementproduzent weltweit;

die pharmazeutische Industrie Indiens steht umsatzmässig auf Platz 4 der Welt;

Indien ist ausser den USA und Japan das einzige Land, das einen eigenen Supercomputer entwickelt;

Indien ist eines von nur sechs Ländern weltweit, das seine eigene Technik für Satellitenstarts entwickelt;

Indien produziert mit über 800 Filmen pro Jahr weltweit die meisten Filme;

Indien ist das weltweit grösste Zentrum für Diamantschleifen und -polieren.

Seit 2001-02 ist die indische Automobilzulieferindustrie sehr schnell gewachsen und hat sich zum zentralen Drehkreuz nahezu aller internationaler Automobilunternehmen entwickelt.

Indien ist der zweitgrösste Obst- und Gemüseproduzent weltweit.

In den letzten Jahren hat sich Indien auch zum Global Player in der IT und ITES [IT Enabled Services] entwickelt.

 

 

Einreise

Indien hat keine Beschränkungen für die Einreise von Ausländern. Die Beschaffung eines Einreisevisums ist leicht. Aufgrund einer historischen Feindschaft wird jedoch die Einreise von Pakistan überwacht und kann für westliche Reisende zu Schwierigkeiten führen.

 

 

Termine

Inder schätzen Pünktlichkeit und die Einhaltung von Zusagen. Viele Besucher Indiens empfinden es allerdings als sehr verwirrend, dass oft die Inder selbst ziemlich locker bei der Einhaltung zugesagter Zeiten sind. Ein Grund hierfür ist, dass nach indischer Vorstellung die Planung und Terminierung von Aktivitäten normalerweise nicht an der Zeit als objektiver Messlatte ausgerichtet wird. Für die meisten Inder hängen Pläne und Termine eher von anderen Menschen und Ereignissen ab und können - und werden - daher geändert werden.

Es ist ratsam, Termine mindestens einige Monate im Voraus zu vereinbaren. Wenn Sie Ihre Termine vor Ihrer Ankunft in Indien vereinbaren, weisen Sie unbedingt darauf hin, dass Sie nur für kurze Zeit in Indien sein werden, wenn dem so ist. Es ist auch sinnvoll, Ihr Meeting einige Tage vor dem vereinbarten Datum nochmals bestätigen zu lassen.

Es ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber wenn Sie eine indische Kontaktperson haben, hilft dies oft dabei, einen Termin zu bekommen.

Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Regierungsstellen und Firmen. Verglichen mit einer Firma ist es normalerweise schwieriger, einen Termin bei Beamten in der Regierung zu bekommen. Bei Regierungsstellen ist die Wahrscheinlichkeit auch grösser, dass Ihr Termin verschoben wird oder dass man Sie stundenlang warten lässt, bevor Sie tatsächlich auf Ihren Gesprächspartner treffen.

Rechnen Sie auf jeden Fall bis zur letzten Minute mit Änderungen der Zeit und des Orts Ihres Meetings. Es macht Sinn, wenn Sie der Sekretärin Ihres Gesprächspartners Ihre Kontaktdaten mitteilen, damit diese Sie im Falle von Änderungen entsprechend informieren kann.

Machen Sie sich möglichst frühzeitig auf den Weg, wenn Sie Ihren Termin einhalten wollen. In den meisten indischen Städten sind die Strassen ziemlich überlastet und zu Stosszeiten kann es sehr lange dauern, bis Sie am Ziel sind.

Adressen in Indien können verwirrend sein. Das liegt daran, dass selbst in der gleichen Stadt die Numerierung der Gebäuden von Ort zu Ort unterschiedlich ist. In den letzten Jahren wurden in vielen Städten die Straßen umbenannt, was die Sache zusätzlich kompliziert. Fragen Sie vorsichtshalber Ihre Kontaktperson, wie Sie zu ihr kommen, bevor Sie sich verirren.

Geschäftszeiten sind üblicherweise von 10:00 - 17:00 Uhr. In einigen Großstädten [z.B. Mumbai] beginnt bei manchen der Arbeitstag jedoch früher. So umgeht man Staus auf dem Weg zur Arbeit. Immer häufiger gibt es bei Firmen den Trend zu längeren Arbeitstagen. Manche fangen bereits um 07:30 Uhr an und dauern bis 20:00 Uhr.

Die Mittagspause dauert normalerweise eine Stunde und findet zwischen 12:00 und 14:00 Uhr statt.

In den letzten Jahren zeichnet sich ein Trend zum “Luncheon Meeting”  und “Power Breakfast“ ab. Hier werden geschäftliche Dinge während des Frühstücks oder des Mittagessens besprochen.

 

 

Mehr zum Thema Termine

Verabredungen zum Abendessen zu geschäftlichen Zwecken sind selten. Bei offiziellen Abendessen kommen meist viele Menschen zusammen. Hauptzweck ist hierbei das Zusammensein und Sich-Kennenlernen.

Die Arbeitswoche: Regierungsstellen haben von Montag bis Samstag geöffnet, wobei der zweite Samstag des Monats ein zusätzlicher Feiertag ist; die meisten Firmen haben eine 5½-Tage-Woche; und die meisten  IT und Softwarefirmen haben eine 5-Tage-Woche, wobei Samstag und Sonntag frei sind.

Arbeits- und Geschäftstage richten sich in Indien nach dem westlichen “christlichen“ Kalender. Das Datum wird im Format Tag/Monat/Jahr geschrieben, z.B. wird der 25. Dezember 2004 also zu 25/12/2004.  

In den meisten indischen Unternehmen, Banken und Regierungsstellen wird das Finanzjahr von April bis März gerechnet. Da Ende März der Abschluss des Finanzjahres stattfindet, sind alle sehr beschäftigt. Vermeiden Sie, wenn möglich, Termine in diesen Zeitraum zu legen. Multinationale Unternehmen richten sich aber meist nach einem Finanzjahr von Januar bis Dezember.

Die meisten Inder nehmen ihren Urlaub im Sommer [April-Juni] und Mitte Dezember bis Mitte Januar. Darüber hinaus ist eine beliebte Zeit für Urlaub um den Oktober herum, da um diese Zeit auch die Dussehra/ Pooja Feiertage [siehe unten] sind.

In Indien gibt es viele Feiertage. Einige dieser Feiertage – z..B. Independence Day [Unabhängigkeitstag, 26. Januar], Independence Day [Unabhängigkeitstag, 15. August], Gandhi Jayanti [02. Oktober] und Weihnachten [25. Dezember] - richten sich nach dem westlichen Kalender. Die übrigen Feiertage, die Hindu, Sikh oder Muslimische Feiern sind – z.B. Pongal/ Makar Sankranti, Holi, Idu'l Zuha, Dussehra, Deepawali, Muharram, Guru Nanak Birthday, etc. - richten sich nach dem Mondkalender. Die Daten für die zuletzt genannten Feiertage stimmen nicht mit dem westlichen Kalender überein, deshalb ist es ratsam, sich bei der entsprechenden indischen Botschaft/Konsulat nochmals nach den Feiertagen für das aktuelle Jahr zu erkundigen.

 

 

Geschäftskleidung

In den letzten Jahren hat sich die Kleiderordnung in der indischen Geschäftswelt verändert. Darüber hinaus ist sie von Region zu Region und von Branche zu Branche stark unterschiedlich. Deshalb ist es schwierig, eine allgemeine Aussage zur Kleiderordnung zu treffen, die für ganz Indien gilt. Folgende Punkte sollten Ihnen jedoch dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Die normale Businessbekleidung für Männer ist Anzug und Krawatte. Da das Klima in Indien aber warm ist, ist oftmals auch einfach nur ein langärmeliges Hemd mit Krawatte in Ordnung. Es ist auch wichtig, neutrale Farben zu wählen, die dezent und nicht sehr kräftig sind.

In den meisten Firmen, insbesondere im IT-Bereich, ist die Kleiderordnung aber viel lockerer. Man trifft auch hier auf Menschen, die T-Shirts und Jeans mit Turnschuhen tragen. Als Besucher sollten Sie jedoch konservativ, aber nicht formell gekleidet sein.

Ausländische Frauen sollten besser Hosenanzüge oder lange Kleider, die die Knie bedecken, tragen. Blusen oder Oberteile sollten keinen tiefen Ausschnitt haben.

Ein Salwar Anzug ist als Businesskleidung für Frauen auch in Ordnung.

Jeans mit T-Shirt oder kurzärmelige Hemden sind als Freizeitbekleidung bei nicht formellen Anlässen sowohl für Männer als auch für Frauen in Ordnung.

Sie können legere Kleidung tragen, wenn Sie zu einem geselligen Beisammensein eingeladen sind. Wenn aber ein Ausländer eine indische Tracht trägt [Kurta-pajama für Männer und Sari oder Salwar-Anzug für Frauen], wird das auch sehr geschätzt und oftmals als eine freundschaftliche Geste angesehen.

 

 

Allgemeine Richtlinien

Die meisten Inder sprechen gerne über viele Themen. Selbst in Geschäftsbesprechungen ist es gängig und normal, Diskussionen mit “Small Talk” über ganz andere Themen zu beginnen. Tatsächlich denkt man, dass dadurch ein gutes Verhältnis und Vertrauen aufgebaut wird.

Im Allgemeinen sind die Inder offen und freundlich und haben im Vergleich zu anderen westlichen Ländern weniger Sinn für Privatsphäre. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn ein Fremder mit Ihnen im Flugzeug oder im Zug ein Gespräch anfängt.

Manchmal stellen Inder Fragen, die man für zu persönlich oder aufdringlich halten könnte. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass es bei Indern normal ist, über sein Familien- und Privatleben zu sprechen. Tatsächlich wird es als Zeichen von Freundlichkeit betrachtet, wenn man sich häufig nach der Familie des Anderen erkundigt.

Wenn Inder anderer Meinung sind, drücken sie das selten direkt aus; wenn man offen anderer Meinung ist, wird dies ziemlich sicher als feindselig und aggressiv interpretiert [obwohl eine andere Meinung seitens eines Vorgesetzten oder Älteren im Grossen und Ganzen als akzeptabel angesehen wird]. Normalerweise werden Meinungsverschiedenheiten nur mit denjenigen offen zur Sprache gebracht, mit denen man ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat. Ansonsten werden Meinungsverschiedenheiten indirekt ausgedrückt. In den meisten Fällen – ausser bei gravierenden Problemen – sollte man besser nicht direkt sagen, wenn man anderer Meinung ist.

 

 

Geschenke

In Indien ist es üblich, Geschenke zu machen, was als Zeichen der Freundschaft aufgefasst wird. Beim ersten Treffen wird dies aber normalerweise nicht erwartet.

Sie sollten keine teuren Geschenke machen, es sei denn, Sie stehen der Person sehr nahe. Normalerweise werden grosse und teure Geschenke nur von Freunden der Familie und engen Verwandten gemacht – und zu speziellen Familienereignissen wie z.B. Hochzeiten. Da sich Inder gerne revanchieren, kann das im Falle eines zu teuren Geschenks den Beschenkten in Verlegenheit bringen.

Verwenden Sie rotes, gelbes, grünes oder blaues Geschenkpapier. Die Farben weiss und schwarz gelten als Unheil bringend.

Normalerweise werden Geschenke nicht in Gegenwart des Schenkers geöffnet. Manchmal jedoch besteht Ihr indischer Gastgeber vielleicht darauf, dass Sie das Geschenk öffnen, und erwartet, dass Sie ihn für seine Wahl loben.

Wenn Sie bei einem Inder zu Hause zum Abendessen eingeladen sind, müssen Sie ein kleines Geschenk mitbringen, wie z.B. eine Schachtel Pralinen oder Blumen. Wenn Ihr Gastgeber Kinder hat, wird es gerne gesehen, wenn man ein Geschenk für das Kind dabei hat [ein Spielzeug oder Buch].

Wenn man einen Inder während eines Festes besucht, nimmt man üblicherweise Süssigkeiten mit.

Im Falle von Geldgeschenken vergessen Sie nicht, dass 11, 51, 101, 501, usw. als Glückszahlen angesehen werden und Ihr Geschenk dann noch mehr geschätzt wird.

Vor der Öffnung der indischen Wirtschaft waren viele Produkte, die ein schönes Geschenk gewesen wären, in Indien nicht erhältlich. Jetzt gibt es aber die meisten ausländischen Produkte in Indien und sie haben damit ihren Wert als Geschenk verloren. Die Inder schätzen jedoch ein Geschenk, das Sie oder eine spezielle Kultur repräsentiert [z.B. holländische Holzschuhe/Clogs, ein Schweizer Messer, französisches Parfum, usw.].

Wenn Sie bei Indern gearbeitet oder gelebt haben, wäre ein Bilderrahmen mit einem Foto von ihnen eine warmherzige und freundliche Geste.

Verschiedene Blumen haben unterschiedliche Bedeutungen in Indien. Wenn Sie Blumen verschenken möchten, lassen Sie sich vom Floristen beraten, welche Blumen angemessen sind. Mit einem Strauss Rosen kann man jedenfalls landesweit nichts falsch machen.

Alkohol zu trinken ist kulturell in den meisten Teilen Indiens inakzeptabel. Viele Inder trinken zu Hause nicht. Wenn Ihr Gastgeber jedoch trinkt und zu Hause auch Alkohol hat, ist eine Flasche Scotch Whiskey oder Wein gern gesehen.

Bei Geschenken aus Leder sollten Sie vorsichtig sein. Da viele Hindus Vegetarier sind, mögen Sie Leder u.U. nicht.

Schmuck gilt als persönliches Geschenk, und es wäre unangebracht, wenn ein Mann einer indischen Frau Schmuck schenken würde. Es ist in Ordnung, wenn der Schmuck von einer Frau geschenkt wird; Goldschmuck wird jedoch normalerweise nur unter Familienmitgliedern und Verwandten ausgetauscht/verschenkt.

 

 

Sprache

Der Austausch von Visitenkarten ist wichtiger Teil der Geschäftswelt in Indien. Sie müssen ordentlich mit Visitenkarten ausgestattet sein, da die Menschen diese auch im nicht-geschäftlichen Umfeld austauschen.

In der Geschäftswelt wird normalerweise Englisch gesprochen, weshalb Sie Ihre Visitenkarte auch nicht ins Indische übersetzen lassen brauchen. Wenn Sie aus einem nicht-englischsprachigen Land kommen, müssen Sie Ihre Broschüren und sonstigen Werbematerialen in Englisch erstellen lassen.

 

 

Vermittler und Kontaktpersonen

Ausländische Joint Ventures und fachliche Zusammenarbeit sind in der indischen Geschäftswelt nichts Neues. Bekannte amerikanische, europäische und japanische Unternehmen machen seit über zwei Jahrzehnten – und sogar noch länger – Geschäfte in Indien. Wenn Sie also ein bekanntes globales Unternehmen repräsentieren, werden Sie feststellen, dass die Inder im Grossen und Ganzen angenehm und bei Verhandlungen aufgeschlossen sind, und dass Sie keinen Vermittler benötigen, um sich einen guten Stand zu verschaffen.

Wenn Sie jedoch ein weniger bekanntes Land oder ein kleines Unternehmen repräsentieren, ist es hilfreich, wenn Sie Empfehlungen von Ihren anderen Kunden/Partnern in Indien bekommen können.


Indische Gesetze und Bürokratie sind ziemlich kompliziert und umständlich. Neben den Statuten der Zentralregierung gibt es viele Gesetze, die sich von Staat zu Staat stark unterscheiden. Deshalb ist es ratsam, einen indischen Anwalt bzw. eine indische Vertrauensperson zu engagieren, der/die einem hilft, sicher durch dieses Wirrwarr zu gelangen.

 

 

Verhaltenskodex

Auch wenn es von Region zu Region und Branche zu Branche unterschiedlich ist, so ist die Hierarchie in Indien wichtig.

Versuchen Sie, Ihren ersten Termin bei der Person zu bekommen, die in der betreffenden Abteilung/Organisation einen hohen Rang inne hat. Wahrscheinlich wird sie/er Sie später an jemanden aus der mittleren Hierarchieebene verweisen, der tatsächlich für Ihr Anliegen nützlich ist. Wenn Sie aber über den Vorgesetzten auftreten, hilft das wahrscheinlich bei der Umsetzung von Entscheidungen.

Sie werden häufig feststellen, dass der Untergebene als Zeichen des Respekts aufsteht, wenn der Chef den Besprechungsraum betritt. Das ist für indische Verhältnisse normal. Viele Menschen, die aus individualistischeren Kulturen kommen, bringt das in Bedrängnis – sie wissen nicht, ob sie aufstehen sollen oder nicht. Am Besten steht man auf und begrüsst ihn/sie persönlich.

Frauen als Führungskräfte in leitenden Positionen sind verhältnismässig neu in der indischen Geschäftswelt. Wenn Sie eine Frau sind, werden Sie die Menschen normalerweise als respektvoll und höflich empfinden, aber dass sie sich nicht gerade wohl fühlen, wenn es ums Geschäftliche geht. Sie werden sich wahrscheinlich etwas anstrengen müssen, um sie dazu zu bekommen, mit Ihnen über Geschäftliches zu sprechen.

 

 

Verhandlungen

Geschäftliche Besprechungen laufen im Vergleich zu denen in einigen westlichen Ländern, wie z.B. den USA, viel entspannter ab.

Inder nehmen es mit der Zeit nicht ganz so genau. Selbst, wenn Sie rechtzeitig da sind, wird die Besprechung wahrscheinlich etwas später anfangen oder man lässt Sie warten. Das passiert oft und hat eigentlich nichts zu bedeuten. Wenn die Besprechung aber viel später beginnt, kann das ein Zeichen dafür sein, dass man Sie nicht so wichtig nimmt.

Inder stürzen sich nicht gleich in geschäftliche Verhandlungen, denn das würde sogar eher als unhöflich erachtet werden. Der Aufbau einer Beziehung wird oft als Voraussetzung für Geschäftliches gesehen.

Besprechungen beginnen in der Regel mit Small Talk über Themen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben [angefangen vom Wetter bis dahin, ob Sie eine angenehme Reise hatten], bevor geschäftliche Angelegenheiten besprochen werden. Seien Sie nicht überrascht, wenn man Ihnen ein paar ‘persönliche’ Fragen über Ihre Familie, Kinder, usw. stellt.

 

 

Mehr zu Verhandlungen

Gastfreundschaft zu demonstrieren gehört ebenso zum Verhandlungsprozess. Besprechungen beginnen oft damit, dass Tee/Kaffee und Snacks angeboten werden. Es gilt als höflich, dieses Angebot anzunehmen.

Im Vergleich zu vielen anderen Kulturen, spielen in Indien Beziehungen und Gefühle eine grössere Rolle bei Entscheidungen. Im Allgemeinen neigen Inder dazu, grössere Risiken bei Personen einzugehen, deren Absichten sie trauen. Deshalb sind Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit entscheidend, wenn es um Geschäftsabschlüsse geht.

Als Anfang einer Besprechung sind PowerPoint Präsentationen normalerweise in Ordnung. Man muss jedoch einen präziser ausgearbeiteten Vorschlag im Voraus schicken. Die Einzelheiten des Vorschlags werden häufig von einem leitenden Angestellten aus der mittleren Führungsebene überprüft, der wiederum den Vorgesetzten darüber in Kenntnis setzt.

Im Allgemeinen sind Inder vorsichtig, wenn es darum geht, neue Ideen oder Vorschläge anzunehmen. Offenheit gegenüber einer neuen Idee hängt nicht nur von der Qualität der Idee ab, sondern auch von ihrer Quelle und Befürwortung. Das bedeutet, dass Informationen darüber, wer ansonsten diese Idee umgesetzt oder vorgeschlagen hat, einen enormen Einfluss auf die Entscheidung über diese Idee haben. Wenn Sie einen Vorschlag unterbreiten, müssen solche Angaben entsprechend beinhaltet sein.  

Inder sagen es normalerweise nicht offen und direkt, wenn sie anderer Meinung sind, denn das wäre in ihren Augen unhöflich. Wenn Differenzen aufkommen, umgehen sie das mit Aussagen wie „darüber sprechen wir später” oder „das muss ich nochmal mit den Anderen besprechen”.  

Feilschen um den Preis oder weitere Zugeständnisse sind in Indien normal. Indische Verhandlungspartner erwarten Flexibilität beim Verhandeln und schätzen dies auch. Deshalb wird manchmal ein gerade heraus gemachtes Angebot als steif wahrgenommen. Es ist immer ratsam, einen Puffer im ersten Angebot vorzusehen, um später Spielraum für Verhandlungen zu haben.

Bestehen Sie nicht darauf, dass man sich in der ersten Besprechung festlegt. Der Entscheidungsprozess in indischen Firmen ist oftmals langwierig. Das ist nicht nur wegen der in vielen indischen Firmen vorherrschenden Bürokratie so, sondern auch weil eine Entscheidung u.U. von Leuten abgesegnet werden muss, die nicht am Verhandlungstisch sitzen.  

 

 

Korrektes Verhalten

Traditionell begrüsst man sich in Indien, indem man wie beim Gebet beide Handflächen aneinanderlegt und 'Namaste' [nah-mas-tay] oder 'Namaskar' [nah-mas-kar] sagt, wobei man sich leicht verbeugt.

Obwohl Namaste oder Namaskar Hindu-Begrüssungen sind, werden sie aber auch in allen anderen Gemeinschaften akzeptiert. Diese anderen Gemeinschaften haben jedoch auch ihre eigenen traditionellen Begrüssungen. So ist die traditionelle Begrüssung z.B. bei den Muslimen 'Salaam-Wale-Kum', worauf man mit 'Wale-kum-Salaam' antwortet. Oder die Sikhs, die sich z.B. traditionell mit 'Sat-Siree-Akaal' begrüssen.

Händeschütteln zur Begrüssung ist bei städtischen und westlich orientierten Indern ebenfalls in Ordnung.


Unter den jüngeren Indern in den Städten ist ein 'Hello' oder 'Hi' mit einem Winken auch als Begrüssung in einem nicht formellen Rahmen in Ordnung .

Im Allgemeinen ist die indische Gesellschaft konservativ eingestellt, wenn es um heterosexuellen Körperkontakt und Beziehungen geht. Vermeiden Sie es, andere zur Begrüssung zu umarmen und zu küssen.

Händeschütteln mit Frauen ist nicht überall in der indischen Gesellschaft akzeptiert, da es zu einer physischen Berührung kommt. Bei den urbanen, westlich orientierten Indern kann es vorkommen, dass Ihnen eine indische Frau die Hand zur Begrüssung entgegenstreckt. Es ist jedoch ratsam, nur dann Hände zu schütteln, wenn es Ihnen angeboten wird. In den meisten anderen Situationen gehen Sie mit 'Namaste' als Begrüssung auf Nummer sicher – tatsächlich wird man dies auch als Geste der Freundlichkeit schätzen.

Es ist üblich, dass Frauen und Gästen der Vortritt gegeben wird.  

Aufrecht mit in die Hüfte gestemmten Händen zu stehen dürfte als eine aggressive und dominierende Haltung angesehen werden.

Unter Indern ist es normal, mit den Händen zu gestikulieren, wenn man miteinander spricht. Wenn Hände während eines Gesprächs gefalten oder in die Tasche gesteckt sind, gilt dies als arrogant.

Pfeifen und Zwinkern gelten normalerweise als unverschämt und inakzeptabel, da sie eine sexuelle Konnotation haben.

Sprechen Sie besser nicht mit einer Frau, die alleine geht, da dies als Angebot oder sonstige unangebrachte Geste angesehen wird.

Dienstalter, Alter und Autorität werden in Indien respektiert, sowohl im Geschäftsleben als auch im öffentlichen Leben.

 

 

Noch mehr Tipps

Füsse gelten in Indien als unrein, also vermeiden Sie es, Andere mit Ihren Füssen zu berühren. Sollten Ihre Füsse oder Schuhe die eines Anderen berühren, erwartet man von Ihnen, dass Sie sich mit einem „Sorry“ entschuldigen.  

Inder halten nicht permanent Augenkontakt während sie sich unterhalten. Direkter Augenkontakt kann als aufdringlich aufgefasst werden. Lassen Sie sich andererseits aber auch nicht beunruhigen, wenn ein Inder Sie anstarrt; das ist so, weil Inder neugierig sind, was Ausländer anbelangt – manchmal auch so sehr, dass es aufdringlich wird.

Der persönliche Abstand, der während eines Zusammentreffens eingehalten werden soll, ist in Indien viel kleiner als in den meisten westlichen Ländern. Im Allgemeinen wird ein Abstand von 2 oder 2,5 Fuss (ca. 60 – 75 cm) als ausreichend empfunden. Da die Bevölkerungsdichte in Indien aber sehr hoch ist, wundern Sie sich nicht, wenn sich an öffentlichen Plätzen [z.B. öffentliche Verkehrsmittel, Anstehen, etc.] andere fast schon an Ihnen reiben.

Öffentliche Plätze [z.B. Märkte, Strassen, öffentliche Verkehrsmittel, usw.] sind in Indien viel voller als im Westen. Sie müssen aufpassen, wenn Sie über die Strasse gehen und sich vor Taschendieben in Acht nehmen.

Da Indien ein armes Land ist, werden Sie Bettler an den meisten öffentlichen Plätzen finden. Sie sollten diese ignorieren, denn wenn Sie ihnen Almosen geben, werden Sie wahrscheinlich von vielen Anderen auch belästigt.


Die meisten Inder sind sehr höflich zu Ausländern. Viele sehen Ausländer aber auch als Zielscheibe für Betrügereien. Seien Sie vorsichtig bei Menschen, die versuchen, Ihnen „Schnäppchen” anzubieten—überprüfen Sie deren Legitimation, bevor Sie ihnen Geld geben.

Quelle:
http://executiveplanet.com/index.php?title=India_



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