Die französische Geschäftskultur 
Termine
Sowohl für geschäftliche wie auch gesellschaftliche Anlässe sollten Sie immer einen Termin vereinbaren. Sie sollten sich natürlich um Pünktlichkeit bemühen, aber es wird nicht als Verspätung empfunden, wenn Sie zehn Minuten nach der vereinbarten Zeit erscheinen. Diese Toleranzschwelle für Verspätungen wird sogar noch größer, je weiter Sie nach Süden kommen.
Französische Arbeitnehmer erhalten fünf Wochen Urlaub im Jahr und nehmen mindestens drei Wochen Urlaub im Juli oder August. Man kann sogar schon fast sagen, dass Frankreich im August praktisch stillgelegt ist.
Im Allgemeinen erstrecken sich die Geschäftszeiten von 8:30 oder 9:00 morgens bis 18:30 oder 19:00 abends. Die Mittagspause kann zwei Stunden oder länger dauern. In Paris beginnt die Mittagspause um 13:00. Auf dem Land beginnt sie um 12:00 oder 12:30. Führungskräfte sind oft bis 19:00 oder 20:00 im Büro anzutreffen. Zwischen 11:00 morgens und 15:30 nachmittags ist in der Regel die beste Zeit, um einen Termin zu vereinbaren.
Geschäftliche Kleiderordnung
Franzosen sehen in der Kleidung das Spiegelbild des sozialen Stands und Erfolgs.
Allgemein kleiden sich Männer und Frauen sowohl bei geschäftlich als auch bei geselligen Anlässen eher formell. Geben Sie also Ihr Bestes, um geschmackvoll und elegant gekleidet zu sein. Tragen Sie stets konservative und qualitativ hochwertige Kleidung. Vor allem im Winter und im Norden Frankreichs sollten Männer stets dunkle Anzüge tragen. Sie werden feststellen, dass französische Herrenanzüge anders geschnitten sind.
Frauen sollten sich einfach und elegant kleiden. Sehr beliebt ist in Frankreich auch das Tragen von Accessoires, wodurch auch die einfachste Kleidung aufgewertet werden kann. Französische Frauen tragen oft mehr Makeup als zum Beispiel amerikanische Frauen. Das Tragen von Strümpfen, vor allem im Sommer, gilt als unmodern.
Ist bei geselligen Anlässen von „zwanglos“ die Rede, bedeutet dies in der Regel geschmackvoll aufeinander abgestimmte Kleidung und für den Herren auch manchmal Jackett und Krawatte. Ist auf einer Einladung “formelle” Kleidung gewünscht, dann steht dies für formelle Abendgarderobe, also sehr elegant, wenn man beispielsweise von amerikanischen Standards ausgeht. Jeans und Turnschuhe mögen auf der Straße eine akzeptable Freizeitkleidung sein, obwohl diese Art der Kleidung meistens für den Sport oder den Strand vorbehalten bleibt.
Willkommene Gesprächsthemen
Allgemeine Richtlinien
Sie werden feststellen, dass in Frankreich eine Unterhaltung schnell zu einer lebhaften Debatte wird. Geben Sie Ihre Meinung nur zu Themen ab, in denen Sie wirklich bewandert sind. Kenntnisse über französische Geschichte, Politik und andere Aspekte der französischen Kultur, werden Ihnen in Gesprächen nützlich sein. Bereiten Sie sich darauf vor, dass man Ihnen Fragen zu Ihrem Heimatland und besonders über die Politik und Geschichte Ihres Landes stellen wird. Es wird nur selten einen Moment der Stille in einem Gespräch geben, es sei denn, das Thema ist ausgeschöpft und es wurde noch kein neues zur Sprache gebracht.
Willkommene Gesprächsthemen
Essen/Lob der französischen Küche, Kunst, Musik und Philosophie, Sport, aktuelle Geschehnisse/Geschichte [sofern Sie wissen, wovon Sie reden]
Themen die man vermeiden sollte
Es gilt als ausgesprochen unfein, jemanden nach seiner politischen Haltung zu fragen, oder danach, wen er zuletzt gewählt hat. Allerdings können Sie Fragen über das politische System stellen oder über die öffentliche Meinung zu bestimmten Spitzenpolitikern. Machen Sie keine kritischen Bemerkungen über Napoleon, mit dem sich Franzosen immer noch stark identifizieren. Benutzen Sie nie die vor allem in Amerika übliche Einleitungsfloskel, 'Und was machen Sie so beruflich?' Vor allem bei erstmaligen Zusammentreffen sollte man im Verlauf des Gesprächs persönliche Fragen vermeiden.
Die richtige Anrede
Vornamen werden nur benutzt, wenn man dazu aufgefordert wird. Sich mit dem Vornamen anzureden ist mittlerweile unter Kollegen üblich, aber je seltener je größer der Unterschied im Alter oder der Stellung ist. Außenstehende, Kunden und Lieferanten werden gewöhnlich mit 'Monsieur' oder 'Madame' angesprochen. Benutzen Sie die 'vous' Form, wenn Sie französisch sprechen, solange bis Sie aufgefordert werden, zum 'tu' überzugehen: 'Madame' ist die allgemein höfliche Anredeform für Frauen und für Männer ist es 'Monsieur'. Die Anrede 'Mademoiselle' wird heute nur noch selten wenn überhaupt benutzt und sollte vermieden werden.
Auch bei beiläufigen Kontakten, wie zu Kellnern oder Verkäufern ist die Anrede 'Monsieur' oder 'Madame' korrekt. Wenn Sie ein Geschäft oder ein Restaurant betreten, sagen Sie bitte 'bonjour' oder 'bonsoir', und 'au revoir' wenn Sie wieder hinaus gehen.
Auswahl und Verschenken von Geschäftspräsenten
Seien Sie sich bewusst darüber, dass Zeichen der Wärme und Großzügigkeit unter Geschäftspartnern in der französischen Geschäftskultur nicht die Norm sind. Das Verschenken von Präsenten ist zwar akzeptabel in Frankreich, aber üben Sie Diskretion.
Bei gesellschaftlichen Anlässen werden Geschenke erwartet, insbesondere als “Dankeschön” nach einer Einladung zum Abendessen. Machen Sie sich keine übermäßigen Sorgen darüber, ob Ihr Geschenk zu teuer oder zu billig ist: suchen Sie einfach etwas aus, von dem Sie glauben, dass der Empfänger es zu schätzen weiß. Gute Geschenkideen sind zum Beispiel Bildbände über Ihr Heimatland oder alles, was die Interessen Ihres Gastgebers widerspiegelt und repräsentativ für Ihr Land ist. Die französische Geschäftsetikette verbietet es, einem Geschenk Visitenkarten beizulegen.
Wenn Sie in Frankreich zu jemandem nach Hause eingeladen werden, können Sie dies als seltene Ehre betrachten. Bringen Sie Ihrem Gastgeber Blumen, feine Schokolade oder einen Likör mit und überreichen Sie ihm das Geschenk gleich eingangs.
Sollten Sie sich für Blumen entscheiden, vergessen Sie bitte nicht, dass Chrysanthemen Beerdigungen und rote Rosen Liebespaaren vorbehalten sind. Auch Nelken sollte man nicht verschenken, da dies fehlinterpretiert werden könnte. Außerdem soll entsprechend der alten europäischen Tradition der Blumenstrauß immer aus einer ungeraden Anzahl an Blumen bestehen.
Verschenken Sie keinen Wein, da der Gastgeber in der Regel den Wein für den Abend selbst auswählen möchte. Die einzige mögliche Ausnahme wäre ein besonderer französischer Dessertwein oder ein feiner Likör.
Wenn Sie bei jemandem zu Hause zu einem Abendessen oder ähnlichem eingeladen waren, dann senden Sie Ihrem Gastgeber am nächsten Tag unbedingt eine Dankeskarte. Diese sollte handgeschrieben sein und per Bote überbracht werden. Eine andere aufmerksame Geste wäre es, einen Blumenstrauß oder einen Früchtekorb zu senden.
Urlaubskarten werden gerne gesehen, insbesondere als ein Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber Ihren Geschäftspartnern. In Frankreich ist es Brauch Neujahrskarten zu versenden und das auch noch während des ganzen Januars, aber nicht mehr später.
Was Sie vor dem Verhandeln wissen sollten
Es ist sehr zu empfehlen, sich einige grundlegende Sätze auf Französisch anzueignen und diese bei jeder Gelegenheit anzubringen. Man wird Ihre Bemühungen schätzen und nicht vergessen. Die Franzosen werden zur englischen Sprache übergehen, sobald sie feststellen, dass Sie ins Schwimmen geraten.
Seien Sie gnädig, wenn die Franzosen Ihre Fehler korrigieren, wenn Sie Französisch sprechen. In der Regel sind die Menschen einfach um die französische Sprache bemüht und möchten Ihnen nur dabei helfen, diese erfolgreich zu sprechen.
Franzosen richten ihr Augenmerk auf langfristige Ziele und bemühen sich stets, enge persönliche Beziehungen zu ihren Verhandlungspartnern aufzubauen.
Franzosen können sehr direkt, kritisch und hartnäckig sein, also ist ein sorgfältig geplantes und logisch strukturiertes Angebot äußerst wichtig. Außerdem werden sie sich mit einiger Wahrscheinlichkeit auf die Aspekte Ihres Angebots konzentrieren, die weiterer Erklärungen bedürfen. Sie werden möglicherweise feststellen, dass die Franzosen eine geschäftliche Besprechung wie eine intellektuelle Übung betrachten. Die Argumentation der französischen Seite wird von Logik dominiert. Und sie sind schnell mit Kritik an jeder unlogischen Äußerung ihres Gegenübers bei der Hand.
Wenn man die Franzosen auch oft dazu überreden kann, ihre Meinung zu ändern, werden sie nichts akzeptieren, was von der kulturellen Norm abweicht. Allerdings sind sie offen für jede neue Information, die den Geist der Debatte vorantreibt.
Franzosen werden Sie nach Ihrer Fähigkeit zur Demonstration Ihres Intellektes beurteilen und dies bedeutet oft gegensätzliche Ideen zu diskutieren und heftige Debatten mit ihnen einzugehen. Wenn Sie sich solchen Situationen gewachsen zeigen, gewinnen Sie deren Respekt. Machen Sie sich dabei keine allzu großen Sorgen darum, wenn Ihre Meinungen von denen Ihrer Verhandlungspartner abweichen; alles was zählt ist Ihre Fähigkeit Ihre Position wirkungsvoll zu vertreten, zu zeigen, dass Sie gut informiert sind und Ihre Gelassenheit zu bewahren. Diskussionen werden hier in der Regel hitziger und intensiver geführt, als Sie es wahrscheinlich gewöhnt sind.
Was Sie vor dem Verhandeln wissen sollten
Es kann sein, dass sich mitten in der Diskussion der Fokus auf einmal verschiebt und das eigentliche Thema in den Hintergrund rückt. Lassen Sie sich dadurch nicht entmutigen; solche Abschweifungen sind charakteristisch für die französische Geschäftskultur und haben manchmal Einfluss auf die endgültige Entscheidung. Machen Sie trotz des leidenschaftlichen Tons geschäftlicher Besprechungen nicht den Fehler darauf zu bestehen, dass jeder mit Ihrer Meinung übereinstimmt und versuchen Sie es nicht mit aggressiven Verkaufstaktiken.
Französische Geschäftsetikette erfordert ein ständiges Einhalten der Form und Zurückhaltung in Verhandlungen. Sprechen Sie während einer Verhandlung nicht über Ihre Familie oder andere persönliche Angelegenheiten. Franzosen neigen dazu, sich intensivst mit jedem kleinsten Detail zu befassen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Richten Sie sich also auf eine lange Wartezeit ein, bevor Sie eine Antwort erhalten.
Macht ist wesentlich in der französischen Geschäftskultur; nur der Ranghöchste trifft die endgültige Entscheidung. Seien Sie sich daher bewusst, dass die Menschen, mit denen Sie verhandeln, wahrscheinlich nur die Mittelsleute sind.
Trotz der ausgesprochen hierarchischen Struktur dieser Gesellschaft ist es für Ihren Erfolg dennoch von äußerster Wichtigkeit, erfolgreich mit allen Ebenen der Organisation zusammen zu arbeiten. Sie werden feststellen, dass Franzosen nicht gerne Risiken eingehen.
Der französische Arbeitsplatz ist hochgradig organisiert und strukturiert. Allgemein werden Bürokratie und Verwaltungsverfahren als weit wichtiger angesehen, als Effizienz oder Flexibilität. Infolgedessen ist die französische Geschäftskultur Veränderungen gegenüber nicht gerade aufgeschlossen.
Einen Weg zu finden, diese Regeln und Regelungen zu umgehen, sobald sie sich nicht als brauchbar erweisen ist gängige Praxis und wenn Sie einen einflussreichen Kontakt haben, der Ihnen dabei behilflich sein möchte, dann können Sie dies bewerkstelligen. Im Allgemeinen sind diese Regeln im Interesse derjenigen, die in der französischen Geschäfts- oder Gesellschaftshierarchie sehr privilegierte Positionen innehaben; es sind also diejenigen, in den untergeordneten Stellungen, die erfinderisch sein müssen.
Sowohl im geschäftlichen als auch im sozialen Umfeld werden Frauen von Männern mit besonderem Respekt behandelt, was als eine Ehre betrachtet werden sollte.
Französische Frauen sehen sich immer noch Herausforderungen gegenüber, wenn es darum geht, Positionen und Einkommensniveaus zu erreichen, die mit denen der Männer vergleichbar sind. Franzosen, die bedeutende Karrieren im Geschäftsleben oder in der Politik machen, kommen meistens von den exklusiven 'Grandes Ecoles.' Bis vor zwanzig Jahren noch waren an diesen exklusiven Schulen kaum Frauen vertreten. Heute ist es wahrscheinlicher, dass seine Frau Unternehmenschef oder Regierungsminister werden kann, als es früher der Fall war.
In Frankreich bleiben die Türen zu Büros und Waschräumen immer geschlossen, damit man anklopft bevor man eintritt. Achten Sie darauf, die Tür hinter sich zu schließen, wenn Sie einen Raum verlassen.
Erfolgreiche Bewirtung
Geschäftsessen werden zur Mittagszeit bevorzugt und weniger am Abend. Allerdings werden beim Essen keine tatsächlichen Geschäfte getätigt. Die gemeinsamt Mahlzeit ist eher dazu gedacht, eine persönliche Beziehung aufzubauen. Wenn etwas Geschäftliches besprochen werden muss, dann warten Sie, bis das Dessert serviert wurde. Ein geschäftliches Mittagessen beginnt um 12:30 oder 13:00 und kann bis 15:00 oder nötigenfalls auch später dauern.
Ein geschäftliches Mittagessen ist ein formelles Ereignis und beginnt mit einer Vorspeise, gefolgt von einem Hauptgericht, Käse, Dessert und Kaffee.
Ein Abendessen findet in der Regel um 20:30 statt und es wird erwartet, dass Sie bis mindestens 23:00 bleiben. Die Höflichkeit gebietet es zu warten, bis die anderen Gäste Ihren Kaffee beendet haben, bevor Sie gehen.
Ein geschäftlicher Umtrunk sollte nicht in einem Café stattfinden—hier ist es viel zu laut. Eine ungestörte Unterhaltung können Sie besser in einer Hotelbar führen .
Es wird erwartet, dass derjenige auch bezahlt, der die Einladung zum Essen oder Umtrunk ausspricht. In den meisten Restaurants, ausgenommen in einer Brasserie und in Hotels ist eine Reservierung erforderlich. Wenn Sie die Vorbereitungen zu dem Abendessen treffen, dann ist ein französisches Restaurant immer eine gute Wahl. Generell wird Wein zum Essen getrunken. Lehnen Sie den Wein nicht ab, sondern nippen Sie einfach langsam daran. Mixgetränke vor dem Essen zu servieren ist nicht üblich; es kann jedoch Champagner oder Kir als Aperitif gereicht werden. Kir ist eine Mischung aus Cassis-Likör und Weißwein; Kir Royale ist eine Mischung aus Cassis-Likör und Champagner.
In Frankreich wird der Wein sorgfältig ausgewählt, um die Speisen zu ergänzen und daher wird manchmal zu jedem Gang ein anderer Wein serviert. Im Allgemeinen reicht man Weißwein zu Vorspeisen und Fisch und Rotwein zu Vorspeisen und Fleisch. Zum Dessert eignet sich ein süßerer Dessertwein.
Weinbrände und Liköre werden immer seltener als Digestif getrunken. Wird ein Orangensaft nach dem Kaffee serviert, dann ist das ein elegantes Signal des Gastgebers zum Aufbruch.
Ein Abendessen in einem französischen Heim kann recht umfangreich sein, und beginnt meistens mit einer Suppe oder einer Vorspeise. Danach folgen ein oder zwei Hauptgerichte und zum Abschluss ein Dessert. In der Regel wird Wein zum Essen getrunken, der sorgfältig ausgewählt wird, um die Speisen zu ergänzen.
Solche Abendessen dehnen sich bis gegen Mitternacht aus, oder bis in die frühen Morgenstunden hinein.
Erfolgreiche Bewirtung
Bei Einladungen zum Abendessen werden Paare manchmal auseinander und neben jemanden gesetzt, den sie bisher noch nicht kannten. Dabei besteht die Absicht darin, neue Bekanntschaften zu knüpfen und die Unterhaltung anzuregen.
Beim Besteck bleiben das Messer in der rechten und die Gabel in der linken Hand. Oft besteht das Besteck aus vielen zusätzlichen Teilen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welches Sie benutzen sollen, gilt immer die Grundregel außen anzufangen und sich von Gang zu Gang nach innen durchzuarbeiten. Reichen Sie die Speisen nach links weiter.
Seien Sie vorsichtig damit, nachzuwürzen oder Ketchup zu benutzen, da dies dem Gastgeber den Eindruck vermitteln kann, dass das Essen zu fade ist oder nicht schmeckt.
Wenn Sie fertig sind, legen Sie Messer und Gabel nebeneinander über den rechten Tellerrand. Wenn Sie Ihr Besteck längere Zeit auf dem Teller liegen lassen, ist es ein Zeichen für den Kellner, dass Sie fertig sind und er den Teller abräumen soll. Bei Essenspausen lassen Sie Ihre Handgelenke über dem Tisch. Die Portionen sind in der Regel kleiner, dafür werden aber mehrere Gänge serviert.
Es wird erwartet, keine Reste auf dem Teller hinterlassen, aber bitten Sie nicht um Nachschlag.
Sie können um mehr Wasser bitten, aber nicht um mehr Wein. Sie müssen darauf warten, dass Ihr Gastgeber Sie bedient. Sind Sie der Gastgeber, müssen Sie dafür sorgen, dass die Gläser Ihrer Gäste immer gefüllt sind. In guten Restaurants werden alle Gäste von einem Weinkellner bedient.
Richtiges Verhalten in der Öffentlichkeit
Wenn Sie der französischen Sprache nicht mächtig sind, benutzen Sie möglichst immer die Einleitung: 'Excusez-moi, s'il vous plait, de vous deranger, mais je ne parle pas francais' ['Entschuldigen Sie bitte die Störung, aber ich spreche kein Französisch']. Wenn Sie das sagen, erhalten Sie eher Unterstützung.
Betritt ein Ranghöherer den Raum, sollten Männer aufstehen, oder zumindest die Bewegung andeuten, aufzustehen. In dieser Kultur wird eine gute Haltung als Zeichen guter Erziehung angesehen.
Man begrüßt sich mit Handschlag; Wangenküsse [über die Geschlechter hinweg] sind auch üblich unter Kollegen, jedoch nicht gegenüber Außenstehenden und Sie sollten erst dazu übergehen, wenn Ihre weibliche Kollegin den ersten Schritt dazu getan hat.
Trotz der Förmlichkeit der französischen Geschäftskultur stehen Franzosen stets dicht an ihren Gesprächspartnern. Auch ein Schulterklopfen oder ein Tätscheln des Armes ist durchaus üblich und von der französischen Geschäftsetikette erlaubt. Augenkontakt zu halten ist wichtig, aber versuchen Sie dabei Ihr Gegenüber nicht zu bedrängen.
Das Kauen von Kaugummi in der Öffentlichkeit gilt als unfein und stecken Sie in der Öffentlichkeit nicht die Hände in die Taschen. Mit der offenen Hand auf eine geschlossene Faust zu schlagen ist anstößig, ebenso wie Fingerschnipsen.
Zu Lächeln hat keine besondere Bedeutung und wird weder als Gruß noch als Zustimmung angesehen. Wenn Sie auf etwas zeigen müssen, dann tun Sie es mit der ganzen Hand und nicht mit dem Zeigefinger. Um sich die Rechnung bringen zu lassen, machen Sie das Zeichen einer Schreibbewegung in der Luft.
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